AUSSTELLUNGEN

DIE BOOTSHALLE

Die Bootshalle liegt hinter SØBJØRNEN. In der Mitte der Halle ist der erste Hubschraubertyp der Marine aufgestellt. Es ist eine französische ALOUETTE III , hergestellt von Aerospatiale. Der Hubschrauber gehörte zu dem Luftgeschwader der dänischen Marine. Insgesamt wurden acht Hubschrauber dieses Typs angeschafft. Die erste ALOUETTE wurde von Frankreich im Juni 1962 eingeflogen, die letzte wurde 1982 außer Dienst gestellt. Nachfolger wurde der britische LYNX Hubschrauber,der nach dem Verteidigungsvertrag von 2005 durch den britischen MERLIN-Typ ergänzt wird. Die ALLOUETTE hatte eine Besatzung von 1-2 Mann und konnte bis zu 5 Passagiere oder zwei Tragen transportieren. Unter dem Hubschrauber sind zwei Schwimmkörper angebracht, die eine Landung auf dem Wasser ermöglichen.
Die Hubschrauber werden im Wesentlichen an Bord der Inspektionsschiffe der Marine bei den Färöer und bei Grönland verwendet. In Zukunft werden sie aber auch auf den Kommandostützschiffen der ABSALON-Klasse sowie auf den kommenden Patrouilleschiffen eingesetzt. Während ihres Einsatzes auf den FäröerInseln und Grönland understützen die Hubschrauber der Fischerei-Inspektionen, Rettungsdienste, Transportaufgaben und allgemeine Fahrwasserüberwachung. Vor der Anschaffung der Hubschrauber erfolgte die FischereiInspektion und der Rettungsdienst alleine durch Inspektionsschiffe und -kutter. Nach einer größeren Schiffskatastrophe (HANS HEDTOFT) und nach Ausdehnung der Fischereigrenzen ergänzte die Marine ihre Inspektions- und Rettungsdienste durch Hubschrauber. Hiermit können weit größere Seegebiete überwacht werden, und die Hubschrauber können das Inspektionsschiff in das jeweilige Einsatzgebiet dirigieren.
In der Halle befinden sich vier Fahrzeuge von der Königlichen Yacht DANNEBROG. Es sind das ursprüngliche, 1931 gebaute Motorboot, ein Rettungsboot, ein Walboot und – nicht zuletzt – die "Prinzessinenjolle", ein Segelboot in bestem Zustand. Die Jolle war seinerzeit der Prinzessin Margarethe (heute Königin von Dänemark) und ihren beiden Schwestern Benedikte und Anne Marie geschenkt worden. Die Jolle war auf Fahrten an Bord der Königlichen Yacht und wurde, wenn die Yacht im Hafen oder vor Anker lag, ins Wasser gesetzt, damit die Prinzessinnen das Seglerleben ausprobieren konnten. Ein größeres Motorboot des Schulschiffs DANMARK steht ebenfalls in der Halle. Als Dänemark 1940 von deutschen Truppen besetzt wurde, lag das Schulschiff in einem amerikanischen Hafen. Das Schiff wurde der amerikanischen Coast Guard zur Verfügung gestellt, die während des 2. Weltkrieges mehr als 5000 Seeleute an Bord ausbildete. Die Coast Guard brachte ein Motorboot an Bord, das bis 1997 gebraucht wurde, um dann durch ein neues Boot ersetzt zu werden. In der Ausstellung ist auch ein deutsches Ein-Mann-Torpedo des Typs NEGER. Es bestand aus einem 53 cm Träger- und Steuertorpedo mit einem weiteren, darunter befestigten 53 cm Torpedo. Der Fahrer saß unter einer festgeschraubten Plexiglaskuppel; es war ihm also kaum möglich, sich bei einem Angriff in Sicherheit zu bringen. Das Fahrzeug hatte nur eine geringe Geschwindigkeit (etwa 3 Knoten) und einen kleinen Aktionsradius (etwa 30 Seemeilen). Im Gegensatz zu später entwickelten Typen konnte NEGER nicht tauchen, und bildete zusammen mit verschiedenen anderen Typen von Kleinkampf-mitteln den "Kleinkampfverband" der deutschen Kriegsmarine. Sie wurden vor allem 1944 gegen die alliierten Invasionsflotten bei Italien und der Normandie eingesetzt. Im Gegensatz zu den italienischen und britischen Typen der Klein-kampfmittel, erwiesen sich die deutschen aber als relativ erfolglos.




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