Hinter dem U-Boot SPRINGEREN steht das Gasturbinentorpedoboot (GTB)
SØBJØRNEN. Es wurde 1964 auf der Marinewerft in Kopenhagen als drittes einer Serie von
insgesamt sechs Einheiten der SØLØVEN-Klasse gebaut. Die beiden ersten wurden bei VOSPER
in Portsmouth, England, gebaut, dort wurden die Boote auch entworfen. Die nächsten vier
Einheiten wurden in Lizenz auf der Marinewerft gebaut. SØBJØRNEN wurde 1989 außer
Dienst gestellt und 1991 dem Museum übergeben. Das Boot hat noch die vollständige
Ausrüstung an Bord.
Motortorpedoboote (MTB und später GTB) wurden nach dem 2. Weltkrieg in die dänische
Marine eingeführt, als Dänemark eine Anzahl ehemals deutscher Schnellboote
S-Boote übernahm. Diese Boote wurden umbenannt und erhielten Vogelnamen GLENTEN-
und VIBEN-Klasse (Weihe, Kiebitz). Sie wurden später durch Boote nach verbessertem
Entwurf ergänzt. Die Boote der FALKEN- und FLYVEFISKEN-Klasse (Falke, Fliegender Fisch)
wurden auf dänischen Werften gebaut, darunter der Marinewerft. Die deutschen und auch die
dänisch gebauten Boote wurden von drei Mercedes Dieselmotoren angetrieben, sie erreichten
eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 40 Knoten.
Die MTB gehören traditionell einer der beiden Haupttypen an: den
Deplacementsbooten oder den Gleitbooten. Erstere sind im Prinzip
wie normale Schiffe gebaut, während die letztgenannten mit einfachen Worten wie die
schnellen Rennboote begaut sind, die u.a. auch auf dem Limfjord gesehen werden können.
Als Ablösung für diese MTB (Deplacement-sbooten) wurde die SØLØVEN-Klasse
(Seelöwe) (Gleitbooten) eingeführt. Die Boote haben eine Verdrängung von
114 t. Sie sind 30 m lang, 8 m breit und haben einen Tiefgang von 2,5 m. Als sie gebaut
wurden, waren die Boote dieser Klasse einzigartig, teils, weil sie ohne Spanten gebaut
wurden, teils auch, weil sie zu den ersten von Gasturbinen angetriebenen Schiffen
gehörten. Die Maschinenanlage bestand aus drei Rolls Royce Proteus Gasturbinen mit
insgesamt 12.600 PS, die den Booten eine Geschwindigkeit von über 50 Knoten und einen
Aktionsradius von 300 sm gab. Für Hafenmanöver und Verlegungsfahrten, die keine
größeren Geschwindigkeiten verlangten, wurde zwei General Motors Dieselmotoren
eingebaut. Jeder Motor leistete 200 PS, eine Geschwindigkeit von 10 Knoten konnte hiermit
erreicht werden. Außerdem waren zwei kleine Rover Gasturbinen als Hilfsmaschinen
eingebaut.
SØBJØRNEN hatte vier 53 cm Torpedorohre und zwei 40 mm Bofors Geschütze, oder
alternativ zwei Torpedorohre, ein 40 mm Geschütz und mehrere Minen. Die Besatzung betrug
27 Mann (5 Offiziere und Unteroffizie-re sowie 22 Mann Besatzung).
Später wurde die größere und modernere WILLEMOES-Klasse gebaut, von der ebenfalls ein
Modell im Museum ausgestellt ist.
Die neueren Boote (FALKEN-, SØLØVEN und WILLEMOES-Klasse) waren mit draht-gesteuerten
Torpedos und modernen Torpedofeuerleitanlagen (TCI) ausgestattet, die die Treffsicherheit
erheblich verbesserten.
Die Torpedoboote operierten meistens in der Nacht. Durch die hohe Geschwindigkeit gepaart
mit den hochentwickelten Suchgeräten und dem geringen Tiefgang waren die Boote für
Überraschungsangriffe geeignet, und die Chancen, dem Feind anschließend zu entkommen,
waren sehr gut. Am Tage konnten die Boote Vorräte aufnehmen, dies konnte wegen des
geringen Tiefgangs fast überall stattfinden. Wenn die Boote an Land festgemacht und
getarnt waren, konnten sie nur schwer aus der Luft erkannt werden. Sie wurden in solchen
Situationen zunächst von einem Depotschiff (viele Jahre lang von HJÆLPEREN), später
dann von mobilen Basiseinheiten (MOBA) versorgt. |
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Seit 2001 ist das Motortorpedobootwaffen Operationszentrale führt eine
Leiter zur offenen Brücke, die im großen und Ganzen gesehen die gleiche Einrichtung wie
die Operationszentrale hat. Dieser Aufgang ist gesperrt und die Besucher werden gebeten,
die Außenleiter zur oberen Brücke zu benutzen. Eine weitere Leiter führt nach unten in
das Innere des Bootes. Hier erhält man einen Eindruck der Lebensverhältnisse der
Besatzung. Auch wenn es nicht sehr bequem ist, so ist es doch im Vergleich zum U-Boot
SPRINGEREN luxuriös. Wegen der großen Beschleunigungskräfte bei Fahrten mit hoher
Geschwindigkeit war es nicht möglich, sich unter Deck aufzuhalten. Daher sind an Deck
einige Klappsitze für die Freiwache angebracht.
Aus praktischen Gründen (Sicherheit) ist der Zugang zum Maschinenraum gesperrt.
Von der oberen Brücke hat man eine ausge-zeichnete Aussicht über das Museumsgelän-de
und die Umgebung. |
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