Die dritte Halle ist der Dänischen Marine (Søværnet) gewidmet. Am
Eingang ist eine Fotomontage über die Katastrophe, die am 11. Juni 1948 den
Schiffsverkehr auf der Route nach Aalborg traf, zu sehen. Obwohl es auf der
minengeräumten Route fuhr, wurde das Fährschiff KJØBENHAVN von einer Grundmine
gesprengt. 48 Menschen verloren ihr Leben. Die Mine detonierte auf Grund des Magnetfeldes
des Schiffes und verursachte eine Druckwelle, die volkstümlich ausgedrückt
dem darüber fahrenden Schiff den "Rücken brach". Solche Minen wurden während
des 2. Weltkrieges in großer Anzahl am Fallschirm in dänischem Fahrwasser von Alliierten
Fliegern versenkt. Ein Exemplar einer solchen Mine mit seinem Fallschirm ist unter der
Fotomontage aufgestellt.
Neben der Mine ist das Sehrohr eines U-Boots montiert, durch das die Besucher die Umgebung
des Museums beobachten können.
Im ersten Teil der Halle sind die Dekompressionstanks des Museums sowie weitere
Taucherausrüstung ausgestellt. Der große Dekompressionstank, einer der ersten in Europa,
ist 1902 auf der Marinewerft in Kopenhagen hergestellt worden, und war bis 1990 bei der
Marine im Einsatz, zuerst bei der Taucherschule der Marine in Kopenhagen, danach seit 1960
bei der Flottenstation in Frederikshafen. Der Tank wurde mehrere Male modernisiert. 1960
wurde eine so genannte NATO-Schleuse, an die ein transportabler Drucktank angekoppelt
werden kann, angeschweißt. Die anderen ausgestellten Dekompressionstanks sind ehemalige
transportable Tanks, jedoch ohne die Möglichkeit, an den stationären Tank angekoppelt zu
werden. Ein Dekompressionstank wird zur Behandlung der Taucherkrankheit benötigt, die die
Bildung von Stickstoffblasen im Blut des Tauchers nach sich zieht. Dieser Fall tritt ein,
wenn der Taucher zu schnell aufsteigt. Im Tank wird der kranke Taucher daher unter einen
der Tauchtiefe entsprechenden Druck gesetzt und mit Sauerstoff, das den Stickstoff
entfernt, behandelt. Während der Behandlung ist normalerweise ein Arzt oder aber
erfahrener Taucher im Tank anwesend. Neben den Dekompressionstanks sind auch eine
Helmtaucher- und eine Schwimmtaucher-ausrüstung zu sehen.
In der Mitte der Halle steht ein großer Schaukasten mit Marineuniformen und einer Reihe
von heutigen und früheren Dienstgrad-abzeichen.
In der Halle sind mehrere Modelle früherer und heutiger Marineschiffe ausgestellt. An der
Wand sind Modelle von Schiffen aus der Zeit des 1. und 2. Weltkrieges aufgestellt, als
Beispiel sei das Artillerieschiff NIELS JUEL genannt, das am 29.August 1943 im Isefjord
nach einem deutschen Luftangriff versenkt wurde. NIELS JUEL war ein merkwürdiges Schiff:
es hatte über dem schweren Panzerdeck einen Aufbau aus Leichtstahl, der das Fundament
für die Geschütze bildete; als Kriegsschiff war es somit völlig ungeeignet.
Unter den neueren Schiffen ist das Modell der Korvette NIELS JUEL, die zusammen mit ihren
beiden Schwesterschiffen bei den friedens-bewahrenden Operationen der UN im persischen
Golf und in der Adria im Einsatz waren und noch sind. Dann ist da noch ein kleines Modell
eines Torpedobootes der WILLEMOES-Klasse und der neuen STANDARD-FLEX-Klasse. Die
letztgenannten Schiffe werden in einer Glasfiberbauweise bei DANYARD in Aalborg gefertigt.
Durch unterschiedliche Kombinationen von Containern können die Schiffe in wenigen Stunden
für sehr verschiedene Aufgaben umgerüstet werden, dadurch sind sie äußerst vielseitig
einsetzbar. Viel deutet darauf hin, dass dieses System auch in Zukunft beim Bau größerer
Einheiten für die Marine angewendet werden wird.
In der Halle sind einzelne ältere Kanonen aufgestellt; unter der Decke hängt eine
moderne See-Luft-Rakete SEA SPARROW. Am Ende der Halle sind Fotographien von Schiffen der
Marine aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg und von Einrichtungen der Marine an Land
ausgestellt. Alte Marinekameraden werden sehr wahrscheinlich beim Anblick einiger Bilder
wiedererkennend nicken. In einem Schaukasten sind mehrere Weihnachts-Aschenbecher der
Königlichen Porzellan-Fabrik ausgestellt.
Am Ende der Halle befinden sich auf der einen Seite ein kompletter Schiffsfunkraum und auf
der anderen Seite ein Kartenraum. Der Kartenraum meist mit |
|
 |
 |
 |
 |
 |
gleicher Ausstattung auf Handels- wie auf Marineschiffen enthält
u.a. einen Kartenschrank, einen Decca-Navigator, einen Satelliten-Navigator, einen
Windmesser und eine Wetterkartenstation.
Beim Übergang zu nächsten Halle steht ein sehr schönes Modell des Schulschiffes
DANMARK, wie es 1932 nach der Fertigstellung aussah. |
|